Ich bin jetzt umgezogen. Das ist der Hauptgrund warum ich jetzt erstmal wieder ne lange Pause eingelegt habe. Das sollte sich ändern, wenn ich wieder öfter an der Uni bin und so wie jetzt Internet habe. Da ich jetzt Sabines Cardreader nicht mehr habe muß ich mir auch noch einen eigenen kaufen um zu zeigen, wie cool mein neues Zuhause au Malta ist. Aber dazu mehr, wenn ich Bilder davon habe.
Bevor ich umgezogen bin habe ich allerdings etwas erlebt, was ich gerne als Überlegung einfließen lassen möchte. Dazu muß ich aber noch einiges vorschieben, was dem Verstehen des ganzen unabdingbar ist:
In Malta sind die Menschen etwas rauher als in Deutschland. Und etwas verschrobener. Busse sind nicht pünktlich, und wenn man ein Treffen verabredet ist man eine viertel Stunde nach der vereinbarten Zeit immer noch zu früh. Centbeträge werden gerne mal aufgerundet (was bei den meisten Preisen hier nichts macht) und auch ansonsten gibt es zwar Regeln, die allerdings gerne mal umgangen werden, wenn sie als Hindernis angesehen werden. Soviel zu dem Thema.
Am Samstag bin ich mit Julius zum Strand gefahren. Nach Gozo. Mit den Oldtimerbussen, die für Malta so typisch sind. Allein die Busfahrt dauert ca. 1.45h, danach 25 Minuten Fähre, danach 1h laufen, danach Strand. Ein Strand der sich lohnt. Was mir aber aufgefallen ist, ist von globaler Bedeutung. Es ist der wahre Grund, warum keiner den Russen an sich leiden kann. Dabei ist der Russe an sich überhaupt nicht unsympathisch und macht auch nichts falsch. Er paßt sich einfach nur nicht an. Dazu folgende Geschichte.
Im Bus zur Fähre nach Gozo, ca. 10 Uhr, offene Fenster, angenehme Temperatur. Haltestelle St. Paul’s Bay (da wo der Apostel Paulus angeblich gestrandet ist) – ca. 20 (offensichtlich reiche) Russen stehen und warten auf den Bus in dem wir schon sitzen. Bus hält (auf Malta teilweise schon ein kleines Wunder) Russen steigen ein – oder versuchen es. Die erste junge Dame bezahlt. Und offensichtlich erklärt sie allen andern einzeln, wieviel es kostet, und daß jetzt alle einzeln zahlen werden. Der Fahrpreis betrug 47 Cent. Der Busfahrer, dessen Familie wohl schon seit 3 Generationen gerne mal den Preis auf 50 Cent aufrundet, tat hier das gleiche. Alles kein Problem. Bis Nummer 17 in den Bus steigt und dies feststellt. Und hier kommt der Fehler: und sich beschwert. Erst Minutenlange Diskussion, dann alle anderen, die auch ihre 3 Cent Rückgeld wollen. Für alle Insassen des ohnehin schon nicht leeren Busses bedeuteten diese Russen 15 Minuten Zeitraub. Wegen 60 Cent. Man muß auch bedenken: hätten die Herrschaften sich gezählt und einer alleine für alle bezahlt (was ich beinahe für sie gemacht hätte, hätte ich nicht auf der Rückbank gesessen) wären es wohl 9,40€ gewesen, sie hätten ihr komplettes Rückgeld gekriegt und den Klamotten nach zu urteilen hätte es für jeden Einzelnen nicht wirklich einen Zacken aus der Krone gebrochen. Nun ja, dies war meine kleine Geschichte aus Malta. Ich bin kein Rassist, ich hätte die Geschichte genauso über Deutsche geschrieben, die sicher genauso pingelig gewesen wären. Aber meine Lehre die ich daraus ziehe: ich werde niemals wegen 3 Cent einen Aufstand schieben, der andere Menschen 15 Minuten ihres Lebens kosten wird. (außer durch das lesen dieses Textes, der nicht mal 3 Cent wert ist ;-))
Donnerstag, 23. Oktober 2008
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